Praktische Tipps

Veränderung von Körperfunktionen bei Fernflügen

Jet lag: Bei der raschen Überwindung von mehreren Zeitzonen werden viele Reisende mit unerwarteten Beeinträchtigungen konfrontiert, die als zeitlich verzögerte Reaktion von Körperfunktionen auf die Umstellung der „inneren Uhr“ auftreten (deshalb auch häufig als time lag bezeichnet). Folgen eines veränderten Tag-Nacht-Rhythmus können Schlafstörungen, Minderung der Konzentrations- und Denkfähigkeit oder auch Beeinträchtigungen von Magen- und Darmfunktionen sein. Die Symptome können mehrere Tage anhalten und in Verbindung mit klimatischen Veränderungen den Urlaubsbeginn beeinträchtigen.

  • Bei Kurzstrecken etwa über zwei Zeitzonen kann man das Phänomen vernachlässigen oder sich durch früheres (nach Osten bzw. East = E) bzw. späteres (nach W) Aufstehen bzw. Zubettgehen an den Biorhythmus am Zielort anpassen.
  • Bei Langstreckenflügen wird wegen des veränderten Tag-Nacht-Rhythmus das vegetative Nervensystem stärker beeinflusst, wobei es Unterschiede zwischen Flügen nach E und W gibt. Beim Flug nach E "verkürzt" sich der Tag (in Jakarta um sechs, in Tokio um acht Stunden). Deshalb können Ihre Reisenden die Flugzeit zu Schlafphasen nutzen. Beim Flug nach W "verlängert" sich der Tag (in N.Y. um sechs, in L.A. um neun Stunden). Deshalb während des Fluges besser munter bleiben, Buch lesen, fernsehen, um am Zielort besser schlafen zu können. Die "innere Uhr" stellt sich bei Flügen nach W rascher um als bei Flügen nach E.
  • Am Zielort am ersten Tag leicht verdauliche Speisen einnehmen und körperliche Anstrengungen vermeiden. Gymnastik bringt den Kreislauf auf Trab. Viel im Freien aufhalten. Durch Licht begreift der Körper den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus schneller. Hinsichtlich Medikamenteneinnahme unter den Bedingungen des time lag Arzt vorab konsultieren.
  • Empfehlung zur Reiseplanung: Wenn Sie am Tag nach der späten Ankunft in New York Ihre Reisegruppe gegen neun Uhr zu einer Sightseeing-Tour versammeln, ist die "innere Zentraluhr" noch weitgehend von der heimatlichen Ortszeit (15 Uhr) programmiert. Die Teilnehmer sind weitgehend aufnahmebereit. Der Besuch einer Abendveranstaltung ist dagegen noch nicht zu empfehlen (20 Uhr = 2 Uhr).
    Wenn Sie am Tag nach der späten Ankunft in Jakarta bereits für acht Uhr einen Termin einplanen, ist die "innere Uhr" noch auf zwei Uhr nachts eingestellt. Mit Müdigkeit und Konzentrationsschwäche ist zu rechnen. Lassen Sie die Gruppe länger schlafen. Schlagen Sie einen morgendlichen Spaziergang und ein ruhiges Tagesprogramm, ein Geschäftsessen zum Beispiel für Dienstreisende aber erst gegen Abend vor. Für eine Reisegruppe können Sie ein abendliches Besichtigungs- oder Kulturprogramm einplanen (Beginn 20 Uhr = 14 Uhr nach innerem Biorhythmus).

 

Gesundheitliche Risiken an Bord: Natürlich werden Sie sich als Berufsanfänger nicht als Flugexperte ausgeben. Manche Erfahrungen werden Sie selbst mit der Zeit gewinnen oder von Kunden übermittelt bekommen. Vor allem sollten Sie sich (nicht unbedingt die Kunden) der Tatsache bewusst sein, dass Sie sich bei einer Flughöhe von 10.000 bis 12.000 m in einer Umgebung mit extrem niedrigen Temperaturen und Luftdruck befinden. Der Luftdruck in der Kabine wird deshalb ebenfalls mit zunehmender Höhe etwas abgesenkt, aber auf einer zumutbaren Höhe gehalten. Sie entspricht etwa einem Aufenthalt in einer Erdhöhe um 2.000 m.
Luftqualität und Druckverhältnisse bergen die Gefahr von Schwindel, Kopfschmerzen und Schleimhautirritationen. Das Risiko der Übertragung von Infektionskrankheiten ist dagegen gering.

  • Beim Flug wegen der extrem trockenen Luft (ca. 15 bis 20% Luftfeuchte) viel trinken (mind. ein Glas pro Stunde). Eine große Flasche Wasser sollte bei Langstreckenflügen zum Handgepäck gehören. Bevorzugen Sie wegen der Blähgefahr stilles Wasser, kohlensäurefreie Säfte oder Tee. Kaffee oder Alkohol eher meiden. Er wirkt stärker, da er auf Grund der Druckverhältnisse schneller ins Blut gelangt. Späte Mahlzeiten auch einmal ablehnen.
  • Als Folge des verminderten Kabinenluftdrucks dehnen sich Gase vor allem im Hals-Nasen-Ohren-Bereich aus. So sind Ohrenschmerzen ein häufiges Phänomen an Bord. Beim Start werden Druckdifferenzen im Mittelohr passiv ausgeglichen. Hilfreich sin auch Schlucken und Gähnen. Bei der Landung sollten anfällige oder verschnupfte Passagiere rechtzeitig Nasenspray einnehmen und bewusst schlucken oder Kaugummi kauen. Notfalls Nase zuhalten und kräftig ausatmen.
  • Die Gefahr von Reisethrombosen, die bei Mangel an Bewegung und geringer Flüssigkeitsaufnahme auch bei Busreisenreisen oder im PKW auftreten kann, wird bei Flugreisen als „economy-class-syndrom” umschrieben. So können etwa bei 20 h-Flügen (von London nach Sydney) und Platzabständen von 79 bis 81 cm Durchblutungsstörungen in den Beinen bis hin zur Thrombose auftreten. Gegen diese Gefahr helfen Kompressionsstrümpfe, Muskelpumpen-Übungen am Platz und gelegentliche Bewegung an Bord (zur Toilette gehen, Zeitungen bei der Stewardess oder Getränke aus der Bordküche holen, im Gang laufen, Gymnastik im Stehen).
  • Auf Langstreckenflügen wie nach den Seychellen, Malediven, nach Indien, Australien und Neuseeland, nach den karibischen Inseln oder Ägypten werden über den Köpfen der Passagiere Insektizide versprüht. Diese von den Zielländern verlangte Desinfektion der Kabine soll vor dem Einschleppen von Krankheitserregern und Schädlingen schützen. Das gesundheitliche Risiko für Crew und Passagiere ist zwar gering, bei empfindlichen Personen kann die Sprayaktion jedoch zu allergischen Reaktionen führen. Deshalb Taschentuch vors Gesicht halten. Seit 2005 sind Wirkstoffe in Erprobung, die vor dem Start im leeren Flugzeug versprüht werden und die Gesundheit nicht belasten sollen.
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