Kartographische
Darstellungsformen

Das Gradnetz bildet auch die Grundlage für die Konstruktion von kartographischen Darstellungen. Wenn wir im Folgenden Ihre Kartenkenntnisse aktivieren und uns für die Nutzung gedruckter Karten einsetzen, so sind wir uns doch gleichzeitig einer Umbruchsituation bewusst. Die Karte hat mit den Fortschritten in der Informationstechnologie, mit Multimedia und Virtual Reality Konkurrenz bekommen. Sie können mit Ihren Entscheidungen den Werdegang mit beeinflussen, ob sich die gedruckte Karte zum Auslaufmodell oder zu einem ergänzenden Hilfsmittel in der touristischen Praxis entwickelt. Viele Autofahrer haben beides: sowohl das elektronische Navigationssystem als auch den Straßenatlas. Wanderer, Freizeitkapitäne oder Radwandergruppen sind zunehmend sowohl mit dem Global Positioning System (GPS) als auch mit topographischen oder touristischen Karten ausgerüstet, die - als GPS-tauglich gekennzeichnet -  das MapDatum und ein Gitternetz enthalten und auf diese Weise die Orientierung mit Hilfe der Satellitennavigation  erleichtern. Vielleicht gehört diesem ergänzenden Nebeneinander die nähere Zukunft.

 

Karten konzentrieren räumliche Informationen in verkleinerter, möglichst anschaulicher Form. Sie dienen sowohl der Speicherung und Vermittlung von Fakten (z. B. beim Liegenschaftsdienst) als auch dem Gewinn neuer Erkenntnisse (z. B. Umweltkarten). Anschaulichkeit verlangt jedoch eine Generalisierung von Objekten. Auf diese Weise werden Flüsse und Straßen wesentlich breiter, das Relief stark überhöht abgebildet. Je größer der Maßstab desto geringer die Generalisierung. So kann man in topographischen Karten in der Regel Informationen aus der Karte direkt ablesen oder mit dem Zirkel abgreifen (Entfernungen, Höhen).

 

Der Maßstab ist das lineare Verkleinerungsverhältnis einer Karte zum entsprechenden Gebiet auf der Erdoberfläche. Es gibt einen Längenmaßstab sowie einen Höhen- bzw. Tiefenmaßstab. In Thematischen Karten trifft man in der Legende gelegentlich auch einen Flächenmaßstab. Beachten Sie, dass bei Profilen  Höhenangaben im Interesse der Anschaulichkeit stark überhöht dargestellt werden müssen. Bekannte Beispiele sind  die in Geographielehrbüchern häufig anzutreffenden realitätsfernen Querschnitte durch den Oberrheingraben oder durch die USA bei 37°-40°.

In der Regel unterscheidet man drei Maßstabsbereiche
- große Maßstäbe (ab 1: 10.000, d.h. 1 cm auf der Karte entspricht 10.000 cm bzw. 100 m in der Natur),
- mittlere M. von 1:25.000 bis 1:500.000 sowie
- kleine M. (>1:500.000). Kleinmaßstäbige Karten dienen der  Darstellung großer Gebiete auf kleinen Kartenflächen. In der Übung zum Thema "Kartographische Darstellungsformen" finden Sie ein Muster aus dem Perthes World Atlas 2006.

Topographische Karten reichen von 1:5.000 (Deutsche Grundkarte DGK) über 1:25.000 (sogen. Messtischblatt) bis 1:50.000 (Topographische Grundkarte). Sie enthalten eine Geländeaufnahme mit  Abbildungen der Landschaft (z.B Relief, Gewässer, Nutzungen) und von Objekten wie Brücken, Gebäuden,  Leitungen u.a. Aus der DGK werden die topographischen Folgekarten bis 1:50.000 abgeleitet.
Ab Maßstäben von 1:50.000 werden Karten häufiger für thematische Darstellungen verwendet. Karten, in denen der Inhalt gegenüber der Topographie dominiert, nennt man Thematische Karten (Wander- und Verkehrskarten, geologische Karten, Umweltkarten u.a.). 

 

Karten für größere Maßstäbe und insbesondere topographische Karten
 beruhen auf geodätischen Abbildungen im Koordinatensystem der Landesvermessung. Diese Darstellungen sind sehr genau. So bleiben Verzerrungen bis zum Maßstab von etwa 1:200.000 unterhalb der Zeichengenauigkeit (< 0,2 mm). In topographischen Karten wird die Lage eines Punktes durch geographische Koordinaten (Breite und Länge) und ebene Koordinaten (Rechts- und Hochwert) des Gauß-Krüger-Gitters angegeben. Neuere topographische Karten können darüber hinaus oder an Stelle dieser beiden Koordinatensysteme das erwähnte rechtwinklige UTM-Gitter enthalten.

Unsere Erfahrungen in der Aus- und Weiterbildung besagen, dass nicht wenige Schulabsolventen kaum mit amtlichen topographischen Karten gearbeitet haben und im Bedarfsfall das Angebot an touristischen Karten im Buchhandel (Wanderkarten) in Anspruch nehmen. Die Produktpalette der amtlichen Karten ist noch wenig bekannt. Wir möchten deshalb an Beispielen aus Rheinland-Pfalz (www.lvermgeo.rlp.de) auf dieses Angebot aufmerksam machen. Die Landesämter stellen auch Tipps zum Kartenlesen zur Verfügung, die in die Nutzung topographischer Karten einführen (bislang kostenfrei). Sie können mit diesen geographisch-kartographischen Hilfsmitteln z. B. Projektarbeiten gestalten oder Wanderungen und Radtouren planen.

    

Muster amtlicher topographischer Karten der Maßstäbe 1:25.000 (TK25 Brohl-Lützing), 1 : 50.000 (TK50 Leutesdorf) sowie 1:100.000 (Nizhnij Novgorod). Quellen: Geobasisdaten TK 25/TK50 © Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (06.02.2006; Az.: 26 722-1.401) sowie Atlas Rossii. Moskva 1998.

 Wo können Sie sich welche Karten beschaffen?

Bezugsquellen

 

Erzeugnisse

 

sonstige Produkte

 

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG)
(www.bkg.bund.de)

 

digitale Geobasisdaten, kleinmaßstäbige topographische sowie historische topographische Karten

 

Landschaftsmodelle, Verwaltungsgrenzen, Schriftenreihen, Luftbilder

 

Landesvermessungsämter

 

topographische Karten TK10, TK25, TK50, TK100 (auch auf CD-ROM), topographische Gebietskarten TK50, TK100 und TK200, Freizeitkarten, Wanderkarten, Radwanderkarten

 

Freizeitführer, historische Karten, Luftbildkarten, geologische und Umweltkarten, landeskundliche Veröffentlichungen, Geodaten des Liegenschaftskatasters

 

 

 

 

 

Karten für kleinere Maßstäbe und insbesondere für Erddarstellungen:

Bei der persönlichen Kundenberatung, der Ausgestaltung von Büro- und Verkaufsräumen oder bei der Präsentation von Online-Service-Angeboten kommen Sie nicht selten mit Erd- oder Weltkarten in Berührung. Diese kleinmaßstäbigen Karten weisen gegenüber groß- und mittelmaßstäbigen Karten Besonderheiten auf. Darauf wird der Kartennutzer nicht ausdrücklich hingewiesen. Unsere Erfahrungen aus dem Unterricht im Fach "Reiseverkehrsgeographie" und aus der neuerlichen Verbreitung mercatorähnlicher Weltkarten in der deutschen Öffentlichkeit besagen jedoch, dass diese Kenntnisse nicht immer vorausgesetzt werden können. Deshalb halten wir eine zusammenfassende Darstellung globaler Kartennetzentwürfe für angebracht. Es geht vorrangig um die Themen Verzerrung, Generalisierung und um die Wahl der Kartenmitte.

Bei der Abbildung unserer dreidimensionalen Erdkugel auf eine zweidimensionale Karte wird das geographische Gradnetz auf Hilfsflächen übertragen. Die Wahl des Entwurfes wird sowohl vom Verwendungszweck als auch von der Lage der Region auf der Erdoberfläche abhängig. In jedem Falle sind durch Abbildungsgleichungen minimierte Verzerrungen unvermeidlich, weil kein Kartennetzentwurf längen-, winkel- und flächentreu zugleich sein kann. Die Verzerrung von Längen vor allem an den Kartenrändern ist so groß, dass sie auf Erdkarten wohl einen Maßstab, aber keine Maßstabsleiste finden. Die von manchen Kartennutzern bevorzugte konsequente Flächentreue führt zu einer unnatürlichen Veränderung der Form von Kontinenten. So setzen sich christliche Organisationen für die Verbreitung der Peters Weltkarte ein. Diese rechtwinklige Zylinderabbildung stellt die Kontinente in korrekten Proportionen dar. Die Karte ist flächentreu, aber regionale und globale Beziehungen sind verzerrt und die Karte insgesamt gewöhnungsbedürftig.

 

Quelle: Perthes World Atlas. First Edition. p. XIX, copyright. © Klett-Perthes Verlag GmbH, Gotha 2006

Zu den vorherrschenden Kartennetzentwürfen (-projektionen, -abbildungen) der Erde oder größerer Erdregionen gehören

Abbildungen auf eine Ebene.
Bei den sog. Azimutalprojektionen berührt die Projektions- oder Hilfsfläche die Erde am Pol (unser Beispiel), am Äquator oder zwischen beiden.  Sie eignen sich vor allem für kreisförmige Gebiete wie das Nord- und das Südpolargebiet.

Quelle: Perthes World Atlas. First Edition. p. XIX, copyright. © Klett-Perthes Verlag GmbH, Gotha 2006

Projektionen auf einen Zylindermantel sind am Rechteckgitter der Meridiane und Breitenkreise leicht zu erkennen, wobei die Pole nicht zur Darstellung kommen.  Der Berührungsgroßkreis ist beim sog. normalen Zylinderentwurf der Äquator. Eine weit verbreitete winkeltreue Zylinderprojektion  war die Karte von MERCATOR von 1569.  Sie erleichterte die Navigation auf dem Meer und entsprach damit den Bedürfnissen der Seefahrt.
Zylinderprojektionen nutzt man in der Gegenwart für Seekarten, für die Abbildung äquatornaher Regionen oder für Länder mit großer Nord-Süd- und geringer Ost-West-Erstreckung (Chile). Darüber hinaus ist das Prinzip der Winkeltreue Grundlage für die schmalen Meridianstreifen von Navigationskarten. Für thematische  Weltkarten sind derartige Zylinderprojektionen ungeignet, weil Flächen- und Formverzerrungen zu den Polen in extremer Weise zunehmen. Sie reichen deshalb meist nur bis etwa 60°-70° nördlicher bzw. südlicher Breite. Die Polargebiete kommen nicht zur Darstellung.

Quelle: Perthes World Atlas. First Edition. p. XIX, copyright. © Klett-Perthes Verlag GmbH, Gotha 2006

► Bei Kegelentwürfen  unterschiedlicher Form und Lage werden die Meridiane als radial angeordnete Geraden und die Breitenkreise als konzentrische Kreise abgebildet. Kegelprojektionen sind bei der Darstellung von Regionen mittlerer Breiten mit betonter West-Ost-Ausdehnung geeignet. Der winkeltreue Kegelentwurf nach LAMBERT wird bei der Neuausgabe der Intern. Weltkarte (IWK) 1:1.000.000 und für die amtlichen Übersichtskarten der Bundesrepublik in den Maßstäben 1:500.000 und 1:1.000.000 verwendet.

Quelle: Perthes World Atlas. First Edition. p. XIX, copyright. © Klett-Perthes Verlag GmbH, Gotha 2006

Außerhalb Europas sind für globale thematische Verbreitungskarten flächentreue Abbildungen nach GOODE und MOLLWEIDE verbreitet. Die Erdkugel wird gleichsam geschält („peeling the orange“), wobei flächentreue Einzelsegmente entstehen, die vom Äquator zusammengehalten werden. Es sind mehrpolige Konstruktionen, die das Zusammendrängen der Meridiane an den Polen und die dabei entstehende Flächenverzerrung vermindern sollen.

► Zahlreiche kombinierte oder vermittelnde Entwürfe auf mathematischer oder geometrischer Grundlage vermitteln heute im Interesse eines wirklichkeitsnahen und formtreuen Erdkartenbildes zwischen Längen-, Flächen- und Winkeltreue. Mathematische Abbildungsgleichungen helfen, Verzerrungen des Gradnetzes zu minimieren. Vermittelnde Kartennetzentwürfe werden in der Kartographie zur Unterscheidung von den "echten" Projektionen als "Unechte" Entwürfe bezeichnet. In Schulatlanten dominieren Entwürfe von ROBINSON und WINKEL, in denen die Breitenkreise als leicht geschwungene Linien und die Längenkreise als Ellipsen abgebildet werden.

 

Physische Weltkarte nach dem vermittelnden Entwurf von ROBINSON
Quelle: aus www.mygeo.info/karten.html

 

Nach unserer Auffassung sollte überlegt werden, ob nicht für weltweite Verbreitungskarten etwa der Bevölkerung, der Vegetation oder auch von touristischen Zielgebieten Kartennetzentwürfe nach GOODE u.a. ("peeling the orange") Verwendung finden könnten. Sie zeigen eine realitätsnahe, wenn auch noch ungewöhnliche Abbildung unserer Erde.

 

Quelle: Instituto Geografico Nacional: Atlas Nacional de Peru

Generalisierung: bedeutet eine stufenweise, vom Maßstabsbereich bestimmte Auswahl von komplexen geographischen Sachverhalten durch Vereinfachen oder Weglassen. Sie soll vor allem die Anschaulichkeit der Karte für die jeweilige Zweckbestimmung (z.B. weltweite Verbreitung von UNESCO-Welterbestätten) sichern. Wenn es für die Kartographen auch verbindliche Regelungen für die Generalisierung gibt, so ist doch ein bestimmter Spielraum bei der Kartengestaltung gegeben, in dem sich Wissen, Erfahrung und auch ästhetische Überlegungen entfalten können. Wir verweisen nochmals auf die Abbildungsbeispiele In der Übung zum Thema "Kartographische Darstellungsformen".

Kartenmitte (Zentrierung): Unsere Weltkarten bieten eine Sicht auf die Welt von Europa aus, wobei der häufigster Bezugsmeridian 15° ö. L. bildet. Diese Weltdarstellung ist sehr verbreitet, aber keineswegs die einzige Abbildung der Erde. Die Wahl der Kartenmitte beeinflusst unbestritten auch unsere Vorstellungen von der Lage und Größe der Kontinente (mental map), weist Europa eine zentrale Stellung zu. Andere Mittelmeridiane ergeben aber auch ein anderes Bild der Welt, wobei Europa randlich und sehr klein wirkt. Chinesische Weltkarten stellen bevorzugt 105° ö. L. und japanische Globaldarstellungen 140° ö. L. in die Kartenmitte. In australischen Atlanten werden die mehrpoligen Segmentkarten bevorzugt. Vergleichen Sie selbst aus unserem Beispiel aus dem Perthes World Atlas, ob diese Sicht mit einer Kartenmitte bei 110° w.L. mit Ihrer mental map nahtlos übereinstimmt!

Quelle: Perthes World Atlas. First Edition. p. XIX, copyright. © Klett-Perthes Verlag GmbH, Gotha 2006

 

Geographische NamenDie Umstellung auf veränderte außereuropäische geographische Namen in deutschen Karten erfolgt meist verzögert. Während Sankt Petersburg kaum noch an Leningrad erinnert (auch nicht in Klammern), unterliegen Bombay (Mumbai), Madras (Chennai), Birma (Myanmar), Celebes (Sulawesi) und andere Namen einem beachtlichen Beharrungsvermögen. Die Unkenntnis aktueller Ortsbezeichnungen könnte auf dem Flughafen für unangenehme Überraschungen sorgen. 

 

Kartenähnliche Darstellungen

Panoramabilder sind kartenähnliche Darstellungen, bei denen die Anschaulichkeit im Vordergrund steht. Im Gegensatz zur topographischen Karte, die gelesen und abgetastet werden kann, wird das Panorama mit dem Auge „durchwandert“ und „empfunden“. Es erleichtert dem Betrachter die Erfassung eines Landschaftsraumes und motiviert zum unmittelbaren Kennenlernen des jeweiligen Gebietes. Panoramabilder dienen deshalb oft der Tourismuswerbung, wobei die Infrastruktur zur besseren Orientierung hervorgehoben werden kann (z.B. Wanderwege, Skilifte, Abfahrten).

Luftbilder sind konkrete Zeitdokumente mit begrenzter Gültigkeit. Sie liefern aktuelle und detailtreue Aufnahmen als Schräg- und Steilaufnahmen. Daraus lassen sich Luftbildpläne oder Luftbildkarten herstellen. Sie sind nicht immer leicht zu interpretieren, etwa bei Aufnahmen in bergigem Gelände, wenn Wolken die Sicht erschweren oder Angaben zum Maßstab und zur räumlichen Einordnung fehlen. Luftbilder dienen vor allem zur Aktualisierung topographischer oder thematischer Karten sowie zur anschaulichen Vorstellung von Zielgebieten des Fremdenverkehrs.

Weltraumaufnahmen sind bildliche Darstellungen digitaler Satellitendaten. Als Weltraumbildkarten müssen sie kartographisch bearbeitet werden (Kartenrahmen, Gradnetz, naturnahe Farbgebung, Ergänzung von Objekten wie politische Grenzen, Hervorhebung von Verkehrswegen und Siedlungen, Beschriftung). Größere Zusammenhänge sind leicht vergleichbar. Die Informationsfülle lässt sich vielseitig auswerten.

Das Schaubild zeigt am Beispiel des globalen Beobachtungsnetzes für die kurzfristige Wettervorhersage, wie Weltraumaufnahmen entstehen (siehe auch Abbildung globale Wolkenverteilung im Abschnitt "Klimatische Bedingungen").

Satelliten mehrerer Staaten umkreisen unseren Planeten in einer Höhe von 35.800 km. In dieser Höhe bewegen sich die Satelliten in der gleichen Geschwindigkeit wie die Erde. Sie sind deshalb scheinbar ortsfest (geostationär) angeordnet und liefern kontinuierlich Bilder über fast einem Drittel der Erde. Die Gebiete jenseits von 60°N/S sind allerdings nicht ausreichend genau und die Polargebiete gar nicht abbildbar. Deshalb ergänzen niedriger fliegende Satelliten in einer polaren Umlaufbahn das geostationäre System.

Quelle: copyright © 2005 EUMETSAT

 

Topogramme (Flächenkartogramme, korrekt Kartenanamorphote) sind stark schematisierte kartenähnliche Darstellungen, die häufig zur Darstellung von Bevölkerungsstatistiken verwendet werden. Die Gebietsflächen werden proportional zu den Merkmalswerten abgebildet. Sie können deshalb nicht lagetreu sein. Der Vorteil einer nach Merkmalswerten verzerrten räumlichen Darstellung gegenüber Tabellen besteht darin, dass sie eine länderspezifische statistische Auswertung im vergleichenden globalen Überblick ermöglicht.

In unserem Beispiel aus National Geographic Deutschland vom Juli 2006 ("Die Welt des Urlaubs") verdeutlicht die Größe der Länder auch ihre Bedeutung im internationalen Reiseverkehr. Als Merkmale dienen die Anzahl der dorthin reisenden Touristen sowie realisierte Einnahmen aus dem Tourismus.

Quelle: National Geographic Deutschland, Ausgabe 07/2006, p.16, copyright © 2006 National Geographic www.nationalgeographic.de

Unter mentaler Karte (mental map) versteht man die subjektive Wahrnehmung eines Gebietes (kognitive Karte). Bei der Führung von Verkaufsgesprächen spielt das Kartenverständnis etwa bei der Erreichbarkeit oder der Beschreibung des Zielgebietes eine Rolle. Sie dürfen davon ausgehen, dass sich Ihr inneres Kartenabbild von dem des Kunden bei einem identischen Gebiet unterscheidet. Um dieses Phänomen zu verstehen, können Sie sich mit Kursteilnehmern oder Bekannten folgendem Test unterziehen: Sie beziehen sich auf eine allen Mitwirkenden gut bekannte Region (Mitteleuropa, Deutschland usw.) und legen einige, ebenfalls allen Anderen geläufige geographische Objekte (Städte, Gebirge, Flüsse) sowie ggf. auch Himmelsrichtung und Maßstab fest. Danach zeichnet jeder „seine“ Karte. Vergleichen Sie ihre Ergebnisse. Sie werden eine nicht unwesentlich abweichende räumliche Orientierung feststellen. Beachten Sie diesen Zusammenhang bei Kundengesprächen!
Bei Fernreisen hilft für eine erste übereinstimmende räumliche Orientierung die gemeinsame Zielsuche am Globus. Daraus lassen sich bereits Fragen der Erreichbarkeit, der klimatischen Bedingungen und der gesundheitlichen Vorsorge anknüpfen.

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