Klimatische Bedingungen

Grundbegriffe

In Hotels der gehobenen Kategorie in deutschen Urlaubsgebieten gehören die Wetterkarte wie die Tageszeitung zum Angebot im Frühstücksraum. Die Aussagen im Informationsblatt beeinflussen für nicht wenige Gäste das tägliche Ausflugsprogramm. Bei Fernreisen interessiert das Thema "Klima"; sowohl hinsichtlich der erhofften angenehmen Wirkungen wie Wärme und Sonnenscheindauer als auch wegen befürchteter negativer Effekte wie Hitze, Sonnenbrand, hohe Luftfeuchtigkeit, Überschwemmungen oder Wirbelstürme. In den Katalogen der meisten Veranstalter sucht man eine zusammenhängende Darstellung der Witterungsbedingungen („Klima“) im Zielgebiet vergeblich. Angaben werden auf Tabellen reduziert. Diagramme sind selten. Deshalb werden wir zunächst einige Grundbegriffe wiederholen und danach einen Überblick über die geographischen und klimatischen Bedingungen an ausgewählten Reisezielen geben.

Der Tourist fragt normalerweise nicht nach dem Klima, sondern nach dem zu erwartenden Wetter im Urlaubsgebiet. Aussagen über das Wettergeschehen sind jedoch nur in wenigen Fällen möglich. Auskünfte können in der Regel nur
für die Witterung oder für das Klima gegeben werden. Deshalb sind vorsichtige Formulierungen und Hinweise auf Medien ratsam, die aktuelle Aussagen in eigener Verantwortung geben.
[Das Wetter kennzeichnet kurzfristige (Stunden bis Tage) Zustände der Atmosphäre. Mit Witterung bezeichnet man darüber hinausgehende, Wochen bis Monate anhaltende Langzeitvorgänge, meist jahreszeitlich auftretende Großwetterlagen. Klimaaussagen beziehen sich auf den typischen Ablauf des Wetters zur Reisezeit, der über einen längeren Zeitraum (meist gemittelt über 30 Jahre) ermittelt wurde.]

Wo erhalten Sie Auskünfte zu den Witterungsbedingungen am Urlaubsort?

 

Veranstalterkataloge
telefonischer oder
Internet-Auskunftsdienst des Veranstalters

 

Internetportale wie :
www.wetteronline.de
www.reisewetter.t-online.de
www.wetter.com
www.wetternews.de
mit weltweiten und aktuellen Informationen

 

Quelle: © Volk und Wissen Verlag GmbH, Berlin 1994. Mit freundlicher Genehmigung des Cornelsen Verlages.

Klimatypen sind besondere Ausprägungen des Zonenklimas (maritimes und kontinentales Klima, Westseitenklima, Ostseitenklima, Monsunklima), die sich aus dem Wirken azonaler Klimafaktoren ergeben (z.B. Land-Wasser-Verteilung, Meeresströmungen, große Gebirge).
Die charakteristische Kombination von Klimafaktoren und Klimatypen in geographisch abgrenzbaren Räumen bezeichnet man gelegentlich als Klimaregionen wie Übergangsklima, Mittelmeerklima oder Atlantisches Klima Westeuropas.

Klimaelemente sind messbare Zustandsgrößen der Atmosphäre, die in ihrem Zusammenwirken wesentlich zu den klimatischen Verhältnissen beitragen wie Strahlung, Luftdruck, Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, Verdunstung, Niederschlag, Bewölkung und Sonnenscheindauer.

Klimafaktoren sind Prozesse und Zustände, die das Klima beeinflussen. Hierzu zählen klimawirksame Raumeigenschaften wie die geographische Breite und die Land-Wasser-Verteilung, Relief, Höhenlage, Vegetation, Bodenbeschaffenheit, Luv-Lee-Lagen u.a. Im Zusammenhang mit der Klimabeeinflussung durch die Gesellschaft (Treibhausgase, Sulfatpartikel, Flugverkehr) wird auch die Zusammensetzung der Atmosphäre als Klimafaktor eingestuft

Klimadiagramme ermöglichen mit einer übersichtlichen Darstellung der Klimaelemente Temperatur (T) und Niederschlag (N) in ihrer Größe, in ihrem zeitlichen Verlauf und in ihrem wechselseitigen Verhältnis. Daraus lassen sich Aussagen zu den geographischen und klimatischen Bedingungen am Urlaubsort ableiten. Doch nicht jeder Tourist kann Diagramme auf Anhieb „übersetzen“ und wird Ihre Hilfe gern in Anspruch nehmen: Üblicherweise werden die Temperaturen auf der linken Skala in °C abgetragen und als rote Kurve, die Niederschläge als blaue Säulen und auf der rechten Skala in mm dargestellt. In der Regel werden Temperatur und Niederschlag so übereinander gezeichnet, dass die monatlichen Mittelwerte der Temperaturen zu den Niederschlagswerten im Verhältnis 1:2 stehen. 10°C entsprechen dann 20 mm Niederschlag. Dieses Skalenverhältnis ermöglicht eine sehr vereinfachte Bestimmung humider (feuchter) und arider (trockener) Zeiträume: In Monaten mit N-Werten unter der Temperaturkurve (Verdunstung >N) spricht man von ariden und in Monaten mit N>T von humiden Monaten. Vollaridität ist dann gegeben, wenn der Jahresniederschlag unter 100 mm liegt. Monatliche Niederschlagsmengen bis 100 mm werden hellblau dargestellt. Um auch Monatsmittel mit großen Niederschlagsmengen im Diagramm unterzubringen, werden diese Messwerte in der Skala auf das Verhältnis 1:10 verkürzt und dunkelblau markiert. Der Abstand für 20 mm N entspricht dann 200 mm N. 

Quelle für dieses und die folgenden Diagramme: Mit freundlicher Genehmigung: www.w-hanisch.de/geoklima

Klimatabellen enthalten die Monatsmittel von Tages-, Nacht- und Wassertemperaturen sowie die Anzahl der Regentage pro Monat, die Sonnenscheindauer und gelegentlich auch die Luftfeuchtigkeit.

Bei Fernreisen lassen sich die meisten Touristen von den gewohnten Vorstellungen zu den Jahreszeiten der mittleren Breiten beeinflussen. Verweisen Sie im Kundengespräch auf Unterschiede, um Missverständnissen vorzubeugen.
- Fixpunkte unserer vier astronomischen Jahreszeiten sind die Äquinoktien (Tagundnachtgleiche: am 21. März und 23. September sind Tag und Nacht für alle Orte der Erde gleich lang) sowie die Sonnenwendepunkte (am 21.Juni und 21. Dezember).
Diese astronomischen Fixpunkte sind von erheblicher touristischer Bedeutung. Sie beeinflussten in vielen alten Hochkulturen den Lebensrhythmus und konnten in Kultstätten beobachtet werden. Die Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra und des Sonnenobservatoriums von Goseck führten zu einem touristischen Netzwerk „Himmelswege“, das ab Mitte 2006 jährlich bis zu 100.000 Besucher nach Sachsen-Anhalt locken soll.

- Im Einflussbereich des Monsuns in der Klimaregion Süd- und Südostasien lassen sich drei (kühle, heiße und feuchte) Jahreszeiten unterscheiden.

- In den wechselfeuchten äußeren Tropen ist für die Einteilung der Jahreszeiten der Niederschlag entscheidend. Man kennt nur zwei Jahreszeiten: Die sommerliche Regenzeit und die „winterliche“ Trockenzeit.

- Die inneren immerfeuchten Tropen beiderseits des Äquators (Äquatorialklima) mit zwei Regenzeiten und mittleren Temperaturen zwischen 25 und 27° lassen eine Unterscheidung von Jahreszeiten nicht zu. Die Jahresschwankungen der Temperatur betragen nur etwa 2°.

Schließen Sie aus höheren Preisen in Veranstalterkatalogen nicht auf eine bevorzugte Reisezeit bzw. auf bessere Aufenthaltsbedingungen! Preiskalkulationen werden von der Nachfrage beeinflusst. So sind die Monate Juli-August (die Zeit der Schulferien) für einen „Traumurlaub“ im Süden Floridas und auf den karibischen Inseln eine eher ungünstige Reisezeit.

Wenn man zeitgleiche Aufnahmen von fünf Wettersatelliten (18.01.2005 15.00 GMT, von links: GEOS-10, GEOS-12, METEOSAT-7, METEOSAT-5 und GEOS-09) zusammenfügt, dann ermöglicht die Wolkenverteilung einen Einblick in das Wettergeschehen auf der Erde (copyright © 2005 EUMETSAT).  In Verbindung mit der Karte der Klimazonen können Sie eine Interpretation der klimatischen Bedingungen in bevorzugten Zielgebieten versuchen. So erkennen Sie die äquatoriale Tiefdruckrinne (ITC) im südlichen Afrika und über Indonesien, aber bereits nördlich des südlichen Wendekreises. Es ist sommerliche Regenzeit in den wechselfeuchten Tropen der Südhalbkugel. Der Hochdruckgürtel bei etwa 30° N und die Passatzone (die trockenen Subtropen) sind über der Sahara und der Arabischen Halbinsel weitgehend wolkenfrei. Über dem Nordatlantik greift ein Tiefdruckgebiet weit nach Süden aus, und in Europa verdecken Wolkenbänder und Wolkenwirbel die Sicht. Das Mittelmeergebiet befindet sich noch deutlich unter dem Einfluss der regenbringenden Westwindzone.  

 

 

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